In Kronstorf in Oberösterreich entsteht derzeit das erste Rechenzentrum von Google in Österreich – weltweit bereits das 31., europaweit das 11. Das Projekt ist umstritten: Es geht um enormen Strom- und Wasserverbrauch, ungenutzte Abwärme und eine fehlende Umweltverträglichkeitsprüfung. Das Projekt ist umstritten: Es geht um enormen Strom- und Wasserverbrauch, ungenutzte Abwärme und eine fehlende Umweltverträglichkeitsprüfung und es zeigt, warum Website Performance Optimierung und Green Hosting bei jedem Webprojekt mitgedacht werden sollten.
Die Dimensionen des Projekts
Auf dem rund 42.000 m² großen Baufeld entstehen tausende Server, gekühlt über 12 Kühltürme und drei Brunnen, abgesichert durch ein Notstromaggregat mit 800.000 Litern Diesel. Noch vor Fertigstellung der ersten Ausbaustufe hat Google eine Erweiterung beantragt, die den Standort um das rund 2,5-Fache vergrößern würde.
Schon die aktuelle erste Ausbaustufe kommt auf bis zu 150 Megawatt elektrische Leistung und einen möglichen Jahresverbrauch von rund 1,3 Terawattstunden – eine Größenordnung, die etwa dem Stromverbrauch der gesamten oberösterreichischen Chemieindustrie oder fast dem aller Bahnstrecken der ÖBB in Österreich entspricht. Im diskutierten Vollausbau mit bis zu 500 Megawatt wären laut Austrian Power Grid bis zu 4 Terawattstunden im Jahr möglich – das entspräche etwa einem Viertel des gesamten Stromverbrauchs von Oberösterreich oder bis zu 7 Prozent des österreichischen Gesamtverbrauchs. Eine PV-Anlage am Dach deckt davon nach aktuellem Stand weniger als 1 Prozent, der Großteil kommt aus dem allgemeinen Netz. Immerhin: In Österreich stammt der Netzstrom zu über 80 Prozent aus erneuerbaren Quellen, ein deutlicher Unterschied etwa zu vielen Rechenzentrumsstandorten in den USA, wo für solche Lastspitzen teils eigens Gas-, Kohle- oder Atomkraftwerke reaktiviert werden.
Für die Kühlung darf laut wasserrechtlicher Bewilligung Wasser aus der Enns entnommen werden – bis zu 200 Liter pro Sekunde, von denen rund 99 Liter pro Sekunde mit einer Temperatur von bis zu 30 Grad wieder zurückgeleitet werden dürfen, laut behördlicher Bewilligung bis zu 5,8 Millionen Liter täglich. Eine Bürgerinitiative vor Ort befürchtet dennoch Folgen für Fische und die ohnehin durch Hitze und Trockenheit gestresste Gewässerökologie.
Bemerkenswert ist zudem, wie wenig Arbeitsplätze ein Rechenzentrum im Verhältnis zur Fläche schafft: Laut einer Einschätzung des Wirtschaftsforschungsinstituts liegt die Beschäftigungsdichte in Kronstorf bei ein bis zwei Arbeitsplätzen pro Hektar – zum Vergleich kommt ein ähnlich energieintensiver Industriebetrieb wie die voestalpine im selben Bundesland auf rund das Zehnfache. Die anfallende Abwärme wird derzeit nicht genutzt, obwohl das seit 1. April 2026 gültige oberösterreichische Energieeffizienzgesetz Rechenzentren ab einer bestimmten Leistung grundsätzlich dazu verpflichtet, sofern technisch und wirtschaftlich machbar. International gibt es dafür bereits funktionierende Beispiele, von der Fernwärmenutzung für ein Krankenhaus in Wien-Floridsdorf bis zu beheizten Gewächshäusern und Schwimmbädern in anderen Ländern. Kritisiert wird zudem, dass für ein Projekt dieser Größenordnung bislang keine verpflichtende Umweltverträglichkeitsprüfung nötig ist, weil die dafür maßgeblichen Schwellenwerte nicht überschritten werden – ein Punkt, den unter anderem Umweltjuristen sowie SPÖ und Grüne als gesetzliche Lücke kritisieren.
Auch Microsoft baut seine Kapazitäten in Österreich massiv aus, mit rund einer Milliarde Euro Investition in drei Rechenzentren rund um Wien – Tendenz weiter steigend, mit KI als zentralem Treiber. (Quellen: science.ORF.at, 10.07.2026; DER STANDARD-Podcast „Thema des Tages“)
Diese Zahlen sind kein Einzelfall. Die Internationale Energieagentur rechnet damit, dass sich der globale Stromverbrauch von Rechenzentren bis 2030 mehr als verdoppeln könnte. Rechenzentren stehen heute schon für etwa 1,5 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs, Schätzungen gehen bis Ende des Jahrzehnts von knapp 3 Prozent aus.
Website Performance Optimierung: Der Zusammenhang zum eigenen Projekt
Jede Website, jede Webanwendung und jeder API-Call läuft auf Hardware in Rechenzentren wie diesem. Wie viel Strom, Kühlwasser und Serverkapazität dafür benötigt wird, hängt direkt davon ab, wie effizient die jeweilige Anwendung gebaut ist.
Eine schlecht optimierte WordPress-Seite lädt bei jedem Aufruf mehrere Megabyte an unkomprimierten Bildern, ungenutztem JavaScript und Render-Blocking-Ressourcen. Multipliziert mit tausenden oder Millionen Seitenaufrufen pro Monat summiert sich das zu einer erheblichen Menge an Datenübertragung, Serverlast und Stromverbrauch in genau den Rechenzentren, über die aktuell diskutiert wird. Jedes übertragene Megabyte, jede CPU-Sekunde auf dem Server und jeder unnötige Datenbank-Query benötigt Energie – beim Hosting-Provider ebenso wie auf dem Endgerät der Nutzerin oder des Nutzers.
Performance-Optimierung ist bei solid creation deshalb fixer Bestandteil jedes Projekts, unabhängig davon, ob es sich um eine kleine Landingpage oder eine komplexe WordPress-Anwendung handelt.
Konkrete Hebel: Wo Ressourcen tatsächlich eingespart werden
Auf Client-Seite (Endgerät der Nutzerin/des Nutzers):
- Bildoptimierung mit modernen Formaten (WebP/AVIF statt unkomprimiertem JPEG/PNG) reduziert die übertragene Datenmenge oft um 60–80 Prozent, ohne sichtbaren Qualitätsverlust.
- Lazy Loading für Bilder und Videos unterhalb des sichtbaren Bereichs verhindert, dass Ressourcen geladen werden, die die Nutzerin oder der Nutzer nie zu Gesicht bekommt.
- Code-Splitting und Tree Shaking sorgen dafür, dass nur der JavaScript-Code ausgeliefert wird, der auf der jeweiligen Seite auch tatsächlich gebraucht wird – statt eines monolithischen Bundles für die gesamte Anwendung.
- Reduktion von Drittanbieter-Skripten (Tracking-Pixel, ungenutzte Social-Media-Widgets, überflüssige Analytics-Tools) senkt sowohl die Ladezeit als auch den Energieverbrauch beim Rendern im Browser – jedes zusätzliche Skript bedeutet zusätzliche CPU-Zyklen auf dem Endgerät.
- Effizientes CSS ohne ungenutzte Regeln (Purging) verkürzt Parse- und Render-Zeit.
Optimierung auf der Server-Seite:
- Aggressives Caching (Browser-Cache, Object-Cache, Full-Page-Cache, CDN-Edge-Caching) verhindert, dass derselbe Inhalt bei jedem Aufruf neu berechnet wird. Ein Full-Page-Cache kann die Serverlast für statische Inhalte um über 90 Prozent reduzieren.
- Optimierte Datenbankabfragen: unnötige, redundante oder schlecht indizierte Queries erzeugen unnötige CPU- und I/O-Last – gerade bei WordPress mit vielen Plugins ein häufiges, aber gut lösbares Problem.
- Static Site Generation / Pre-Rendering dort, wo Inhalte sich selten ändern, spart serverseitige Rechenzeit bei jedem einzelnen Seitenaufruf ein.
- Bild- und Asset-Auslieferung über CDN verkürzt nicht nur Ladezeiten, sondern verteilt die Last auf effizientere, näher am Nutzer gelegene Server statt auf ein einzelnes Origin-Rechenzentrum.
- HTTP/2 bzw. HTTP/3 und Ressourcen-Bündelung reduzieren die Anzahl der Requests und damit den Verbindungs-Overhead auf Serverseite.
- Regelmäßiges Monitoring der Core Web Vitals (LCP, INP, CLS) deckt Performance-Probleme auf, bevor sie sich in unnötigem Ressourcenverbrauch niederschlagen.
Jeder dieser Punkte ist einzeln schon relevant. In Summe über tausende Seitenaufrufe hinweg wird daraus ein spürbarer Unterschied im tatsächlichen Energie- und Ressourcenverbrauch eines Webprojekts – auf beiden Seiten der Verbindung.
Green Hosting als zweite Säule
Performance-Optimierung reduziert, wie viele Ressourcen ein Projekt verbraucht. Green Hosting entscheidet, wie diese Ressourcen erzeugt werden. Beide Hebel gehören für mich zusammen:
- Standort und Energiequelle des Hosting-Providers: Anbieter, die ihre Rechenzentren nachweislich mit Ökostrom betreiben oder über Zertifikate wie den „Blauen Engel“ bzw. vergleichbare Nachweise verfügen, sind vorzuziehen. Hetzner etwa betreibt seine deutschen Rechenzentren mit Ökostrom und weist das transparent aus – das ist einer der Gründe, warum ich für Kundenprojekte primär auf diese Infrastruktur setze.
- PUE-Wert (Power Usage Effectiveness): Ein niedriger PUE-Wert zeigt, wie viel der eingesetzten Energie tatsächlich in Rechenleistung fließt statt in Kühlung und Overhead. Seriöse Hosting-Anbieter veröffentlichen diesen Wert.
- Serverstandort in der EU/Österreich: kürzere physische Distanz zu den Nutzerinnen und Nutzern reduziert Latenz und damit indirekt auch Energieverbrauch im Datentransport, zusätzlich zu Vorteilen bei DSGVO-Konformität.
- Rightsizing statt Überprovisionierung: viele kleine bis mittlere Projekte laufen auf überdimensionierten Serverpaketen „auf Nummer sicher“ – dabei würde ein sauber optimiertes Setup mit gutem Caching oft mit deutlich weniger Serverkapazität auskommen. Das spart nicht nur Ressourcen, sondern auch laufende Kosten.
Fazit
Die Diskussion rund um Kronstorf zeigt, was am Ende jeder digitalen Dienstleistung steht: physische Infrastruktur mit realem Strom- und Wasserverbrauch. Beeinflussbar ist dieser Verbrauch an der Stelle, an der Websites und Anwendungen gebaut werden. Eine gut optimierte, schlanke Website verbraucht bei jedem einzelnen Aufruf spürbar weniger Ressourcen als eine aufgeblähte – bei zehntausenden oder Millionen Seitenaufrufen im Jahr ein relevanter Unterschied.
Performance-Optimierung ist bei jedem Projekt bei solid creation integraler Bestandteil – nicht nur wegen Core Web Vitals und Rankings, sondern wegen des dahinterliegenden Ressourcenverbrauchs.
Eine Einschätzung des Einsparpotenzials der eigenen Website ist über einen Performance-Check möglich.